Band 5: Brainy und Neura – Das größte Puzzle der Welt
Band 5 von 20

Neuras verrückte Idee

Das größte Puzzle der Welt

„Ein Puzzle, das nie langweilig wird. Jedes Mal, wenn man es zusammensetzt, könnte ein anderes, vielleicht sogar ein noch viel schöneres und spannenderes Bild entstehen. Ein Universal-Puzzle!“

Inhaltsverzeichnis · Band 5

Der Wegweiser durch unser Abenteuer

  1. Lerne unsere Superhelden kennen7
  2. Der Regentropfen-Wettbewerb13
  3. Neuras verrückte Idee17
  4. Ein Besuch beim Opa Schlau21
  5. Eine Reise in die Welt der Zahlen27
  6. Das Universum im Kopf31
  7. Die Pfade des Vergessens35
  8. Die Mission der Superlerner39
  9. Das Geheimnis eines langen Lebens43
  10. Die Welt neu entdecken47
  11. Das Puzzle endet nie51

Leseprobe · Band 5

Neuras verrückte Idee

Neuras verrückte Idee

Die Frage hing im Raum wie eine Seifenblase, die zu platzen drohte. Was nun? Das prächtige Puzzle lag vor ihnen, jeder Fisch, jede Koralle, jede goldene Münze in der Schatztruhe war an ihrem Platz. Es war perfekt.

„Wir könnten es vorsichtig auf eine Pappe kleben und an die Wand hängen“, schlug Mina vor. „Als Trophäe. ‚Bezwungen vom Superhelden-Puzzle-Team‘.“

„Oder“, sagte Maxi mit einem schelmischen Funkeln in den Augen, „wir nehmen es wieder auseinander und versuchen, es mit verbundenen Augen zu lösen!“

Brainy schüttelte den Kopf.

„Das gibt nur Chaos. Und es wieder auseinanderzunehmen, nur um genau dasselbe Bild noch einmal zu bauen, ist doch irgendwie… langweilig.“

Sie stimmten ihm zu. Der Reiz war verflogen.

Neura war still gewesen. Ihre Stirn war in kleine Falten gelegt, als würde in ihrem Kopf ein eigenes, kompliziertes Puzzle zusammengesetzt.

„Stellt euch mal was vor“, sagte sie langsam, ohne den Blick vom Bild zu nehmen. „Was wäre, wenn wir die Teile nicht wieder so zusammensetzen, wie es auf dem Karton abgebildet ist?“

Die anderen drei sahen sie verwirrt an.

„Was meinst du?“, fragte Brainy. „Die Teile passen doch nur auf eine einzige Weise zusammen.“

„Genau das ist der Punkt!“, rief Neura und sprang auf. Ihre Aufregung war fast greifbar. „Was wäre, wenn die Puzzleteile so gemacht wären, dass sie nicht nur an einer Stelle passen? Was, wenn wir dieselben zweitausend Teile nehmen und sie ganz anders zusammensetzen könnten, um ein völlig neues Bild zu erschaffen?“

Sie machte eine Pause und sah in die ratlosen Gesichter ihrer Freunde.

„Stellt euch das mal vor! Ein Puzzle, das nie langweilig wird. Jedes Mal, wenn man es zusammensetzt, könnte ein anderes, vielleicht sogar ein noch viel schöneres und spannenderes Bild entstehen. Ein Universal-Puzzle!“

Maxi kratzte sich am Kopf.

„Aber… wie soll das gehen? Die Form von dem Fisch-Teil da passt doch nur an das Seepferdchen-Teil. Das kann man doch nicht einfach neben das Teil vom Piratenschiff legen.“

„Vielleicht müssten die Teile eine andere Form haben“, überlegte Mina. „Vielleicht wie Quadrate. Aber selbst dann… wie sollen die Farben passen? Wenn man das Blau vom Wasser neben das Grün vom Dschungel legt, sieht das doch komisch aus.“

„Vielleicht könnten die Teile ihre Farbe ändern!“, rief Neura. „Oder vielleicht sind die Verbindungen das Geheimnis! Vielleicht kann sich jedes Teil mit jedem anderen verbinden, wenn man nur weiß, wie!“

„Ich verstehe, was du meinst, Neura“, sagte Brainy langsam. „Ein Puzzle, das sich verändern kann. Das wäre die genialste Erfindung aller Zeiten. Aber ich glaube, mit diesen Pappteilen hier funktioniert das nicht.“

Neuras anfängliche Begeisterung wich einem leichten Seufzer.

„Du hast wahrscheinlich recht. Schade. Die Vorstellung war einfach zu schön.“

Sie saßen wieder schweigend da. Der Gedanke an ein solches Wunder-Puzzle hatte ihre Fantasie beflügelt. Ein Puzzle, das mit ihnen wächst, das sich ihren Ideen anpasst, das unendlich viele Geschichten erzählen kann.

„Aber vielleicht“, sagte Mina nach einer Weile leise, „vielleicht gibt es so etwas ja doch. Vielleicht nicht aus Pappe. Vielleicht auf eine andere Art und Weise.“

Dieser kleine Funke Hoffnung genügte. Die vier Freunde sahen sich an. Sie dachten an die vielen Male, bei denen sie vor einem Rätsel standen und nicht weiterwussten. Und sie wussten, es gab eine Person, die fast immer eine Antwort hatte.

„Opa Schlau!“, riefen sie wie aus einem Mund.

Brainy nickte entschlossen.

„Er wird wissen, ob es so etwas wie ein Universal-Puzzle geben kann.“

Schnell zogen sie ihre Schuhe und Jacken an. Das fertige Puzzle ließen sie auf dem Boden liegen. Es war immer noch schön, aber ihre Gedanken waren schon bei einem viel größeren, aufregenderen Rätsel. Gemeinsam liefen sie los, durch die Pfützen, die die Nachmittagssonne silbern glänzen ließ, direkt zum Haus von Opa Schlau.


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